BACK IN BLACK

 Dürfte man nur ein Album empfehlen, liegt BACK IN BLACK (1980) ganzvorne mit dabei. Selten in der Rock-Musik spielte eine Band tighter
und kamen die Gitarren-Riffs dermaßen auf den Punkt. Die Gebrüder und kamen die Gitarren-Riffs dermaßen auf den Punkt. Die GebrüderAngus und Malcolm Young haben auf diesem Album ihr scheinbar blindesZusammenspiel und den Gitarren-Sound perfektioniert. Während Malcolmmit seiner Gretsch Jet Firebird einen fast unverzerrten Klang inRichtung übersteuerte Röhren-Endstufe produziert, legt Angus mitseiner Gibson SG einen fetteren und mit mehr Gain angereicherten Sounddrüber.Amps? Der Sound tendiert wie immer bei AC/DC in Richtung Marshall.Überhaupt klangen AC/DC einfach bombastisch, angefangen beim Introdes düsteren ,Hells Bells‘ mit den Glockenschlägen, demPowerrocker, Shoot To Thrill‘ und dem funky Titeltrack. Zehn Songs,einer monumentaler als der andere: All Killers, No Fillers! Dabeistand die Band kurz vor ihrem Ende: Frontmann Bon Scott starb am 19.Februar 1980 und Auflösungsgerüchte machten die Runde. AC/DC kehrtennach kurzer Suche mit Ex-Geordie-Sänger Brian Johnson zurück undschufen diesen Meilenstein.-------------------------

DIRTY DEEDS DONE DIRT CHEAP



DIRTY DEEDS DONE DIRT CHEAP (1976) zählt definitiv zu denPflichtkäufen, geht‘ s um AC/DC. Mit dem punkigen Titel-Song oderdem schnellen ,Problem Child‘ untermauerte man erneut dasUnderdog-Image. Und in Stücken wie ,Love At First Feel‘ und ,BigBalls‘ spielte Scott wieder mal genüsslich mit den schon bekanntenZweideutigkeiten. ,Rocker‘ ist eine Speed-Hommage an dieRock-&-Roll-Idole der Band wie Chuck Berry und Jerry Lee Lewis.Dies sind unzweifelbar allesamt große Songs im Katalog der Band, dochsie werden vom ruhigsten Moment auf diesem harten Album getoppt: ,RideOn‘ zählt mit zum besten was AC/DC je eingespielt haben. In diesemlangsamen Blues gibt Bon den innerlich gebrochenen und einsamen Mann,
der es trotz aller Schwierigkeiten immer schafft, den Daumen in den der es trotz aller Schwierigkeiten immer schafft, den Daumen in denWind zu hängen, weiterzuziehen und nicht aufzugeben. Letztlich zog eralle blauen Klischees aus der Schublade, doch ein zugleicheindringlicher wie ironischer Unterton in der Stimme verleiht dem Songein Gänsehaut-Feeling. Dafür sorgt auch das Gitarrensolo, indemAngus weniger mehr sein lässt. Muss man gehört haben! -------------------------

LET THERE BE ROCK



 LET THERE BE ROCK von 1977 ist das härteste AC/DC-Album, das selbstdie neuen Bands der englischen Punk-Welle alt aussehen ließ. Dermonumentale Titeltrack und ,Whole Lotta Rosie‘ sind Abgehnummern, indenen Angus Young seine vielleicht virtuosesten Soli überhauptabfeuerte. Hinzu kommen Brecher wie ,Hell Ain‘ t A Bad Place ToBe‘ oder ,Overdose‘. Irgendwie klingt der gesamte Mix so, alswäre alles gerade kurz vor dem Clipping. Die acht Songs verdichtensich zu alldem, worum es bei AC/DC und in der Rock-Musik geht.-------------------------

BALLBREAKER



Kommen wir zur Kategorie „Unterschätztes Meisterwerk“. FünfJahre mussten die Fans auf ein weiteres Studio-Album warten, bis Angus& Co 1995 endlich mit BALLBREAKER wieder in die Charts krachten. Dercoole Opener ,Hard As Rock‘ avancierte zum Single-Hit, und dieMidtempo-Rocker ,The Furor‘ und ,Burnin‘ Alive‘ zählen mit zumBesten was AC/DC in den 90ern geschrieben haben. Schließlich knüpftder bluesige ,Boogie Man‘ nahtlos an den Klassiker ,The Jack‘ an.Tja, und im Titeltrack findet man (unbe-)streitbar den bestenDrums-Einsatz aller Zeiten.Nach einem kurzen Vorspiel klingen alle Instrumente aus, und in diePause haut Malcolm ein ultrapräzise gespieltes Riff imLet-There-Be-Rock-Style raus. Der Bass kommt hinzu, und nach einemweiteren Takt steigt Rückkehrer Phil Rudd mit seinem 4/4-Beat auf der„1“ ein – trockener geht‘ s nicht, unbedingt anhören!Überhaupt war Rudd der heimliche Star des Albums. Auf ,The Razor‘sEdge‘ hatten AC/DC mit Drummer Chris Slade das Tempo deutlichangezogen, auch zu hören auf dem ,Live‘-Album, das in jener Zeitentstanden ist, mit Phil groovte es wie in alten Tagen.
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HIGHWAY TO HELL



Das finale Album HIGHWAY TO HELL (1979) mit dem legendären FrontmannBon Scott darf in keiner Plattensammlung fehlen. Der Titel-Songavancierte zur Stadionhymne schlechthin. Schlicht genial kommt dasgroovige ,Touch Too Much‘ mit seinen lasziven Anspielungen und in,Night Prowler‘ zeigt AC/DC mal wieder, was sie für eine scharfeBlues-Band sein können. Nach der bislang erfolgreichen Kooperationmit George Young, (Malcolms und Angus‘ älterer Bruder) und HarryVands arbeitete man erstmals mit Produzent Robert John „Mutt“Lange zusammen. Und der sorgte dafür, dass der Riff-Rock im Vergleichzu den früheren Alben eingängiger ausgefallen war. Das Resultat:AC/DC knackten in England die Top10 und enterten zum ersten mal dieUS-Charts. -------------------------

HIGH VOLTAGE



 Wer eine Band und ihre Entwicklung verstehen will, der muss das Debütkennen. HIGH VOLTAGE (1976) gab bereits früh die eindeutigemusikalische Richtung an. Songs wie ,T.N.T.‘ mit seinem knackigenRiff ,das extrem coole ,Live Wire‘ oder das bluesige ,The Jack‘,zählen zu den Klassikern, in denen die Band absolut pur und straightklingt. Auf ,High Voltage‘ beschwört Bon Scott alle Mythen des Rock‘n‘ Roll, vom Ausbruch aus der Bürgerlichkeit geht’s überdreckige Motels und Club-Bühnen bis hin zur Spitze des Rock-Biz.AC/DC hatten sich auf den Weg gemacht. Eine wichtige Anmerkung inSachen ,High Voltage‘ : Bei der bekannten Albumfassung von 1976handelt es sich um einen Mix für den europäischen Markt aus demBesten der ersten beiden in Australien bereits 1975 erschienen Alben,,High Voltage‘ und ,T.N.T.‘. Die europäische und die originaleaustralische Version sind also nicht identisch. -------------------------

POWERAGE 



So richtige Auskenner antworten bei der Frage nach dem bestenAC/DC-Album souverän mit POWERAGE (1978). Mit Recht, denn Songs wie,Sin City‘, ,Rock‘ n‘ Roll Damnation‘ und der großartige,Down Payment Blues‘ zeigten das Quintett mit dem neuen BassistenCliff Williams an Bord in Höchstform! Scott inszeniert AC/DC alsUnderdogs, die sich um jeden Preis durchsetzen wollen! Ausdruck dieserMentalität ist das brachiale und schnelle ,Kicked In The Teeth‘, amanderen Ende der Emotions-Skala steht das unterkühlte ,GoneShootin‘ mit seinem treibenden Groove. Und eine straightere Nummerals ,Up To My Neck In You‘ hat es wohl nie von ihnen gegeben.Malcolm Young hat das Album einmal als das am meisten unterschätzteAlbum der Band bezeichnet. Recht hat er, dieses Zitat spiegeltallerdings auch den damals mäßigen kommerziellen Erfolg wieder. -------------------------

IF YOU WANT BLOOD – YOU’VE GOT IT



Eng verknüpft mit den zuletzt genannten beiden Studiowerken sindEnergie und Sound auf IF YOU WANT BLOOD – YOU’VE GOT IT. DasLive-Album von der 1978er World-Tour transportiert unglaublich vielAtmosphäre. Songs wie ,High Voltage‘ oder ,Bad Boy Boogie‘drücken noch kraftvoller aus den Boxen als die Studioversionen. BonScott schreit wütend ins Mikro und die Licks von Angus kommen durchdie zahlreichen teils sicher ungewollten Feedbacks noch um einigesungeschönter rüber.Legendär ist sein Solo, dass er am Schluss von ,Let There Be Rock‘abzieht, nachdem die Band schon aufgehört hat zu spielen. Undschließlich leutet das Publikum mit den „Angus“-Rufen zu Beginnvon ,Whole Lotta Rosie‘ ein bis heute beliebtes Konzert-Ritual ein.Mit diesem Album erlebt man AC/DC auf ihrem Zenit! Und ,If You WantBlood …‘ zählt mit seinem fulminanten Gesamt-Sound zu den großenLive-Alben der 70er-Jahre.-------------------------

STIFF UPPER LIP



Nach fünf Jahren Pause meldeten sich AC/DC2000 mit einem neuen Albumzurück. Bei den Aufnahmen zu STIFF UPPER LIP saß nach langer Zeitwieder George Young hinterm Mischpult. Und der sorgte für einenfetten wie klassischen Sound. Bereits das extrem scharfe Intro-Lickzum Titel-Song animiert zum Mitwippen, Brian Johnson setzt mit bluesigtiefer Stimme ein, zieht an und ab geht die Post. Großartig kommtauch der Shuffle-Groove in ,Meltdown‘ oder ,Hold Me Back‘ mitseinen Picking-Gitarren. ,Safe In New York City‘ drückt ordentlichaufs Gaspedal, dagegen schiebt sich ,Can‘ t Stop Rock ,n‘ Roll‘bleischwer aber unaufhaltsam nach vorne. Und ,Give It Up‘ mit demtrockenen Strophen-Riff plus eingängige Refrain atmet den Geist desAlbums ,Highway To Hell‘. ,Stiff Upper Lip‘ besitzt eine ganzeigene Ausstrahlung, die man erlebt haben muss. 





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